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Die Community -
das Herz eines MMOGs
Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, war, womit sich eine Community vergleichen lässt. Im Grunde handelt es sich bei der Community (deutsch: Gemeinschaft) um einen Zusammenschluss von Menschen, einzelnen Individuen, die eine emotionale Bindung untereinander entwickeln, bis zum patriotisch angehauchten Wir-Gefühl.
Aber ist das wirklich so? Kann man bei der Community eines Spiels wirklich von emotionaler Bindung und Wir-Gefühl sprechen? Emotionale Bindung ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es besteht eine gemeinsame Basis, die uns dazu bewegt, mehr oder minder lange währende Kontakte mit Mitmenschen zu knüpfen, die wir noch nicht einmal kennen. Doch wie kommt so was zustande? Warum fangen wir an uns mit Menschen zu unterhalten, die wir nur in virtuell geschriebener Form zu Gesicht bekommen? Schließlich unterhalten wir uns jenseits des PCs auch nicht mit jedem Fremden, der uns über den Weg läuft. Während es sich abseits der virtuellen Welt so verhält, entbrennen im Internet heftige Diskussionen, kleine und große Plauderrunden sowie das Teilen gemeinsamer Interessen. Liegt es jetzt wirklich an den gemeinsamen Interessen, die uns zusammenführen oder schlicht an der Anonymität, die uns heute jedoch im Internet nicht mehr so gegeben ist wie früher? Wie dem auch sei, sicher ist, dass wir anfangen Kontakte zu knüpfen mit Menschen, die unser Interesse an der gleichen Sache teilen.
Um zu meiner anfangs aufgeführten Frage zurückzukommen: Womit lässt sich eine Community vergleichen? Vielleicht mit einem virtuellen Dorf oder vielleicht sogar einer virtuellen Stadt, je nach Größe der Gemeinschaft? Besitzt die virtuelle Gemeinschaft dann auch eine virtuelle Kirche, ein virtuelles Rathaus und sogar einen virtuellen Bürgermeister? Ich glaube eher nicht. Eher ist die Community mit dem menschlichen Herz zu vergleichen. Je stärker das Herz, desto stärker das Ganze.
Während das Herz im Zentrum unseres menschlichen Körpers beständig den roten Lebenssaft durch unsere Adern pumpt, macht die Community etwas Vergleichbares. Wenn man ein bestimmtes Thema hat, nehmen wir hier einmal The Chronicles of Spellborn, dann wird es mit Informationen gefüllt und einer breiten Menge zugänglich gemacht, die anfängt es zu analysieren und zu diskutieren. Mit der Diskussion wird das Spiel am Leben gehalten. Die Community-Mitglieder posten beständig ihre Meinungen zum Thema, sei sie nun positiv oder negativ, und zeigen dadurch Interesse am Produkt. Jetzt stellen wir uns doch einmal vor, um das Bild der Community als menschliches Herz noch zu vertiefen, dass das Forum vollkommen leergefegt ist und keine Diskussionen über das Spiel stattfinden. Das Interesse ist damit nicht gegeben und die Entwickler können kein Feedback entgegennehmen, welches ihnen hilft, das Produkt besser zu gestalten. Ohne die Community, die beständig im Forum ihre Meinungen postet, ist das Spiel oder besser gesagt, das Interesse an diesem Spiel schlicht und einfach tot.
So kann die Community von sich aus sagen, dass sie einen wichtigen Part in der Entwicklung eines Spiels einnimmt, wenn nicht sogar einen lebenswichtigen. Setzt die Community aus, stirbt das Spiel. Auch bei der Community gibt es Alterserscheinungen. Sollten einige Jahre ins Land ziehen, kann es vorkommen, dass man das Interesse am Thema verliert und sich von diesem abwendet. Diese Dinge sind nur allzu normal und nicht weiter verwerflich, gehören sie doch zum beständigen Lauf des Lebens.
geschrieben von Malkav
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