[Art-Journal] Ein großer Dämonen-Wall
von Bert-Jan de Weerd
Im Journal diese Woche zeige ich euch, wie wir Weltobjekte in einem 3D-Programm erstellen. Dazu benutzen wir benutzen 3ds Max. Unsere Texturen erstellen wir in Photoshop. Als Beispiel benutze ich einen großen Dämonen-Wall, den Erik Bakker erst vor kurzem gemacht hat. Also diese Woche ein Einblick in die Produktion, etwas für euch zum Nachdenken… und eine kleine Vorschau!
Also, fangen wir in der Modellier- und Texturenküche an. Wie gesagt, ein Dämonen-Wall als Beispiel. Wir wollten ein bisschen Extrawürze in der Welt, indem wir mehr Überreste der Ahnenwelt einbringen. Überbleibsel, die auf längst vergangene Zeiten hindeuten und die dem Spieler ein Gefühl der Geschichte der Welt geben sollen. Außerdem helfen sie dabei, die Dinge besser einzuordnen als oder Wiedererkennungspunkte nach... einer Ahnenquest zum Beispiel.
Im Prinzip fängt ein Modeller an, an der Geometrie zu arbeiten, wenn die Konzeptzeichnungen fertig sind. Wir nennen diese Basisgeometrie das Mesh (Gitter). Die Grundlage des Mesh ist ein Vertex, eine Koordinate im dreidimensionalen Raum. Wenn man zwei Vertices verbindet, bekommt man eine Linie, wir nennen das eine Kante. Wenn man drei Vertices verbindet, ist das Ergebnis eine geschlossene Form, ein Polygon das mit Geometrie "gefüllt" werden kann. Man kann natürlich Polygone mit mehr Vertices erzeugen, aber letzten Ende zerfallen die wieder in Dreiecke (das ist Geometrie-Grundkurs). Mit einer Menge Kanten, Vertices und etwas Gefummel bekommt man so etwas:
In dem Screenshot seht ihr eine Mischung aus dem Wireframe (Drahtgitter) und der schattierten Geometrie. Links seht ihr das Wireframe mit den ganzen Kanten zwischen den Vertices, rechts seht ihr die ‘wirkliche’ Oberfläche. Modellieren ist wie mit Knete spielen... man zieht, drückt, streckt, formt und haut diese digitale Knete so lange, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.
Aber da sind wir noch lange nicht. Wir haben eine Menge Koordinaten, die ein bisschen wie ein Dämonenwall aussehen. Auch wenn ich keine Probleme mit schlichtem, stilvollen Weiß habe denke ich, dass die Dämonen sich etwas anderes vorgestellt haben, als sie diesen Wall bestellt haben. Okay, also lasst uns machen was sie wollten: wir pappen ein paar Texturen drauf.
Texturieren ist ein bisschen so wie tapezieren. Man beginnt mit einer leeren Wand und langen Streifen Tapete. Man schneidet die Tapete in brauchbare Stücke und klebt die nebeneinander auf die Wand, bis sie voll ist. Wir können natürlich vorgefertigte Texturen benutzen, so wie man ja auch vorgefertigte Tapete im Laden kaufen kann. Aber hier bei Spellborn machen wir alles selbst, weil wir ja etwas einzigartiges erschaffen wollen. Und weil wir hier eine handgefertigte Wand haben, brauchen wir auch eine handgefertigte Tapete. Und seine eigenen Texturen erstellen... macht viel mehr Spaß.
In Photoshop fangen wir mit einem groben Basismaterial an. In diesem Fall ein dunkles Material ähnlich wie Stein, das ist das Basismaterial für alle Dämonenstrukturen. Das ist eine Kombination aus bemalten Schichten und Filtern und geheimen Zutaten (auch wenn die Grafiker behaupten, sie wüssten genau was sie tun... ich weiß dass sie einfach so lange rumbasteln bis sie was Brauchbares haben) und letztendlich hat man eine brauchbare Basis, mit der man arbeiten kann. Danach kommen grobe handgezeichnete Umrisse der gewünschten Form in Grauschattierungen und dann schrittweise mehr und mehr Details mit Schatten und Glanzlichtern in Grautönen bis eine definierte Form zum Vorschein kommt. Ein Farb-Overlay kann noch dazukommen, um dem Material Farbe(n) zu geben. Unten seht ihr die Erstellung einer Textur in 4 Schritten.
Natürlich ist das eine ganz simple Textur, mit einem niedrigen Detailgrad und ohne komplexe Formen, aber es ist ein nettes einfaches Beispiel. Das Prinzip bleibt bei allen anderen Formen das gleiche.
So, wenn die Textur fertig ist, wird es Zeit, sie an die Wand zu kleben, und wir bekommen so etwas:
Ja, das ist ein Dämonen-Wall mit einem großen Tor. Jetzt dürft ihr raten wofür das ist. hat jemand eine Idee?
Als letztes noch eins... erinnert ihr euch an die Athenaeum-Journals? Dann hier noch ein Update! Viel Spaß.
[Art-Journal] Ein großer Dämonen-Wall
